Terminverschiebung des 25. Wallauer Mittsommerlaufs

  • was dahintersteckt

Liebe Freunde des Wallauer Mittsommerlaufs,

leider mussten wir den diesjährigen Termin unserer Jubiläumsveranstaltung um zwei Wochen vorverlegen. Da wir von vielen Seiten nach dem „Warum“ gefragt worden sind, wollen wir Euch heute die Hintergründe über die Terminverschiebung und unseren Unmut darüber erklären.

Im September 2019 waren wir auf der Terminbörse des für die Genehmigung von Laufveranstaltungen zuständigen Hessischen Leichtathletik Verbandes (HLV). Diese Terminbörse ist dazu da, Überschneidungen von Läufen, die in maximal 25 km Entfernung stattfinden, zu verhindern. Vom Verband wurde uns der Termin rechtzeitig und regelgerecht genehmigt. Dennoch wurden wir nun gezwungen, unseren Termin zu verschieben wegen eines parallel geplanten kommerziellen und vom Leichtathletikverband nicht genehmigten Laufs am gleichen Tag und zur gleichen Uhrzeit, der sich vom Titel auch ganz bewusst noch stark an unsere Traditionsveranstaltung anlehnt. Zwei Veranstaltungen zur selben Zeit, die Luftlinie keine 10km entfernt sind, machen auch im Interesse der Läuferinnen und Läufer in der Region keinen Sinn. Der andere Veranstalter hat trotz fehlender Genehmigung und Aufforderung durch den Verband eine Verlegung kategorisch ausgeschlossen.

Um Euch die Bewertung der hieraus folgenden faktischen Verdrängung unserer Veranstaltung zu ermöglichen, möchten wir uns überwiegend auf Zitate aus den Genehmigungsregeln für Laufveranstaltungen des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV) (https://www.leichtathletik.de/fileadmin/user_upload/08_Laufen/Volks-_und_Strassenlauf/DLV-Grundsatzpapier_Laufgenehmigungsgebühren.pdf) beschränken:

Der DLV führt dort aus:

Die Anerkennung der Genehmigungshoheit der Sportverbände für die regelkonforme Wettkampfpraxis ist gesellschaftspolitischer Konsens in der Bundesrepublik Deutschland und seit Jahrzehnten anerkannte und gelebte Praxis. Jahr für Jahr melden Veranstalter ihre Laufveranstaltungen bei den Landesverbänden des DLV an, nach Prüfung der Anmeldung bekommen sie diese genehmigt und führen die jeweils gültige Genehmigungsgebühr an die Landesverbände ab.“ […]

„Mit der Genehmigung sind folgende Leistungen und Vorteile verbunden:

*             Anmeldung der Laufveranstaltung beim und Genehmigung durch den DLV bzw. LV[…]

*             Zentraler, bundeseinheitlicher Versicherungsschutzes für Nichtvereinsmitglieder über den DLV. Damit ist jede/r Läufer/in bei einem Laufevent, der über einen Verein angemeldet ist, in ganz Deutschland versichert. Dieser Versicherungsschutz greift bei allen Veranstaltungen, die vom jeweiligen LV genehmigt wurden und bei der ein Verein zumindest als ideeller Träger eingebunden ist[…]

*             Terminkoordination bei den Terminbörsen der LVs mit dem Ziel der Vermeidung von Verdrängungseffekten“ […]

„Die gemeinnützigen Sportvereine und Verbände (nicht nur) im DLV erbringen vielfältige Leistungen, die für die Weiterentwicklung des gemeinwohlorientierten Sports von zentraler Bedeutung sind, z.B. im Rahmen der Jugend- und Breitensportarbeit, der Ausbildung und des Wettkampfwesens, im Bereich der gesellschaftspolitisch gewünschten Schulkooperationen oder im inklusiven Sport – und zwar auf der Grundlage eines flächendeckenden Vereinssystems, ehrenamtlicher Arbeit und Orientierung an Gemeinwohl- und Gemeinnützigkeitszielen. Von diesen Leistungen profitieren ganz Deutschland und alle Laufsportaktiven. Kommerzielle und weitere Veranstalter handeln überwiegend gewinnorientiert und beteiligen sich nicht an der Finanzierung dieser Grundlagen des Laufsports. Die Genehmigungsgebühr ist somit im Rahmen des Solidarpakts ein notwendiges und angemessenes Element sowie ein relativ kleiner Beitrag für eine sinnvolle Solidarleistung zur Sicherung des Laufsports in Deutschland. Sie nutzt den Veranstaltern und vor allem denjenigen, die diese Gebühr im Umlageverfahren bezahlen, den Läuferinnen und Läufern. So können Läufer von einem Versicherungsschutz, Härtefall Fond und einer höheren Qualität durch Standardisierung profitieren.“ […]

„Der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund würdigen die Bedeutung des Sports und die Angebote sowie Leistungen der Sportvereine und –verbände ebenso positiv. Sie unterstützen und empfehlen das Anliegen des DLVs zur Genehmigungsgebühr für Laufveranstaltungen.

Es gibt bundesweit Laufveranstaltungen, die keine Anmeldung tätigen, manchmal auch unbewusst. Viele Veranstalter nichtangemeldeter Läufe sind kommerziell orientiert und keine gemeinnützigen Vereine. Mit der Nichtanmeldung schaden sie dem Solidarsystem der bundesdeutschen Laufgemeinschaft und des organisierten Sports. In aller Regel werden damit Erlöse und Gewinne individualisiert, die Lasten aber sozialisiert, quasi eine Parallelwelt der gewinnorientierten Anbieter zum organisierten Sportbetrieb.

Sportvereine und –verbände setzen sich neben einem Eventmanagement von Laufveranstaltungen auch für den Aufbau und die Pflege von langfristigen Strukturen ein.“ […]

Hier noch ein paar Anmerkungen von uns:

Der Verein, welcher den Lauf in Wiesbaden an unserem ursprünglichen Termin organisiert, firmiert unter der Bezeichnung „Sporthilfe Wiesbaden“ und führt als satzungsgemäßen Zweck die Förderung des Breitensports an. Es ist schon verwunderlich, dass sich ein solcher Verein nicht an den obengenannten „gesellschaftspolitischen Konsens“ hält. Ebenso verwunderlich ist, dass die Stadt Wiesbaden, die Mitglied im Deutschen Städtetag ist, der – wie wir oben lesen konnten – die Bedeutung der Sportvereine und deren Leistungen würdigt und die Genehmigungsgebühren (und damit auch die Genehmigung an sich) unterstützt, die Veranstaltung auf ihrer städtischen Homepage bewirbt….

Wir freuen uns, Euch wieder zur 25. Auflage des traditionellen Wallauer Mittsommerlaufs am 5. Juni 2020 in Wallau begrüßen zu dürfen.

Wallau, den 18.2.2020

Das Organisationsteam des Wallauer Mittsommerlaufs