Jugend setzt Glanzlichter: Alle 4 Vorjahressieger triumphieren erneut

Mittsommernachtstraum beim 23. Wallauer Mittsommerlauf

Bestes Laufwetter mit nahezu idealen Temperaturen und ein beeindruckendes Starterfeld prägten die 23. Auflage des Wallauer Mittsommerlaufs, der seinem Ruf als stimmungsvolles Laufereignis in der Region wieder einmal gerecht wurde. Der prominente Laufpate genoss den Abend ebenso wie die zahlreichen Zuschauer entlang der Strecke und nicht zuletzt die 1260 Starter in den 3 Läufen. Als i-Tüpfelchen gab es zudem herausragende Ergebnisse zu bestaunen.

Judo-Weltmeister Alexander Wieczerzak als Laufpate

Mit Alexander Wieczerzak, der aus der Region stammt und seit 2016 für das Judo-Team Hamburg startet, hat im vergangenen Jahr der erste deutsche Judoka seit 2003 eine Goldmedaille bei Weltmeisterschaften gewonnen. Der Weltmeister war in Wallau zu Besuch, um die Läufer auf die Strecke zu schicken. Dies tat er mit Spaß und Begeisterung, motivierte während seiner Gespräche mit den Laufsprechern Christian Seitz und Wolfgang Exner insbesondere die jungen Läufer mit Tipps, wobei er interessante Parallelen zwischen der Ausdauersportart Langstreckenlauf und dem Judosport zog.

Vorjahressieger verteidigen ihre Titel mit nochmals verbesserten Zeiten

 Auf der einzigen bestenlistenfähigen Laufstrecke über 10 km im Main-Taunus-Kreis gewann wie im letzten Jahr Ilyas Osman vom TV Waldstraße Wiesbaden. Sein Vorsprung war auch in diesem Jahr mit fast 5 Minuten enorm. Es gelang ihm, seine sehr gute Zeit aus dem Vorjahr von 31:22 min auf hervorragende 30:54 min zu verbessern. Damit kratzte er an dem Streckenrekord des Seriensiegers Stefan Wohllebe aus dem Jahr 1998, der in diesem Jahr wieder einmal in Wallau dabei war und das Rennen als Zuschauer verfolgte. Am Ende fehlten dazu nur 13 Sekunden, was für die Altersklasse männliche Jugend aber wiederum einen neuen Streckenrekord und auf der offiziell vermessenen Strecke eine sehr gute Zeit in den Bestenlisten des Leichtathletikverbandes bedeutete. Nicht umsonst erfüllt er in drei Disziplinen die Norm für die U 20 Weltmeisterschaften. Zweiter wurde mit Felix Welteke vom Wiesbadener LV ein weiterer jugendlicher Läufer, der mit erst 16 Jahren die großartige Zeit von 35:44 min erzielte. Den dritten Platz belegte Abdemalik Bahri von SFD Düsseldorf in 36:03 min.

Bei den Damen wiederholte Franziska Althaus, ebenfalls vom TV Waldstraße, ihren Sieg aus dem Vorjahr. Sie steigerte sich auf 39:38 min. Zweite wurde Jasmin Gruchalla, ebenfalls TV Waldstraße, in der Zeit von 41:45 min. Den dritten Platz belegte Sandra Korzeczek vom LC Olympia Wiesbaden in 42:58 min.

Auch auf der 3km-Strecke gewannen die beiden Sieger aus dem Vorjahr, beide ebenfalls vom TV Waldstraße Wiesbaden.

Bei den Männern triumphierte Lukas Stierstorfer in 10:26 min. Damit kam er bis auf eine Sekunde an seine Siegerzeit aus dem letzten Jahr heran. In einem spannenden Rennen belegte Malte Jaitner aus Wiesbaden in 10:30 min Platz zwei. Auf dem dritten Platz landete der 13-jährige Raphael Gräfe vom TV Wallau, der in der Zeit von 11:05 min die Altersklasse der Schüler gewann.

Auch die Wallauer Lokalmatadorin Pauline Seitz, die ebenfalls für den TV Waldsraße Wiesbaden startet, wiederholte ihren Vorjahressieg. Sie erzielte die Zeit von 11:40 min und verwies ihre Vereinskollegin Pia Briger, die 12:23 min lief, mit deutlichem Vorsprung auf Platz 2. Dritte wurde Verena Ochs vom MTV Kronberg in 12:37 min. Damit war die Ausbeute des TV Waldstraße mit 4 ersten und 2 zweiten Plätzen bei den Läufen über 10 km und 3 km noch besser als im Jahr 2017.

Bei den Bambini gewann Lorenzo Sessa (Altersklasse M12) vom LC Olympia Wiesbaden den Karli-Schindler-Gedächtnis-Pokal als schnellster Schüler über den 1km-Lauf in 3:36 min vor Kilian Hunsche (Altersklasse M9) vom TV Idstein in 3:37 min und Mika Decker (Altersklasse M11) vom TV Bad Schwalbach in 3:38 min; eine äußerst knappe Angelegenheit. Bei den Mädchen war es ähnlich eng: Siegerin wurde Nicolina von Dellingshausen aus Lorsbach (W10) in 3:43 min, knapp gefolgt von Sarah Hossenfelder (W10) vom MTV Kronberg in 3:44 min. Den dritten Platz belegte Lilli Stanzel (W12) vom TV Breckenheim in 3:53 min.

Zwei Dauerläufer kamen wieder ins Ziel

Mittlerweile sind es nur noch eine Läuferin und ein Läufer, die bei allen 23 Wallauer Mittsommerläufen ins Ziel gekommen sind. Gerlinde Ewald vom TV Wallau schaffte dies in diesem Jahr in 56:32 min über die 10 km. Sie war damit 10 Sekunden schneller als im Vorjahr und belegte Platz 3 in der Klasse W60. Auch Martin Treisbach vom TuS Massenheim war wieder dabei, er war fast 3 Minuten schneller als letztes Jahr und lief 49:45 min über die 10 km.

Gerlinde Ewald gewann zudem den Sonderpreis für die „Beste Wallauer Leistung“.

Live-Musik als Rahmenprogramm

Nach dem erfolgreichen Debüt im letzten Jahr spielte die Wallauer Live-Band „Man Cave Music“ wieder im Zielbereich auf. Ihr Programm aus Titeln der 80er und 90er Jahre, Klassikern und auch aktuellen Hits war genau die richtige Mischung, um für beste Stimmung bei Läufern und Zuschauern zu sorgen. Viele genossen noch lange den rundum gelungenen lauen Abend, der von dem einen oder anderen Bier oder einer Bratwurst abgerundet wurde. Bei Speisen und Getränken hatte das Organisationsteam wieder ein reichhaltiges Angebot aufgefahren.

Von den Läufern wurde wieder einmal die herzliche Atmosphäre im ganzen Dorf hervorgehoben. Viele Teilnehmer betonten, dass sie durch die großartige Unterstützung der Zuschauer entlang der Strecke, gerade auf dem anspruchsvollen letzten Kilometer, geradezu „ins Ziel getragen wurden“.

„Erdbeerdoping“ und Läuferbrot

Neben dem speziell für die Veranstaltung gebackenen Laufbrot der Bäckerei Schießer wurde auf der Strecke bei km 3 das schon traditionelle „Erdbeerdoping“ des Scholzenhofs gereicht. Im Ziel gab es dann für das Startnummernpfand neben dem kernigen Laufbrot für jeden, der wollte, ein Schälchen Erdbeeren oder Himbeeren von Pauls Bauernhof.

Die Ordnungskräfte der Polizei und des Ordnungsamtes Hofheim und das Rote Kreuz sorgten wieder in der gewohnt professionellen Weise dafür, dass alle Läuferinnen und Läufer sicher ins Ziel kamen.

Organisationsteam sehr zufrieden

So waren denn Abteilungsleiterin Roswitha Kleber, Gesamtorganisator Alexander Seitz und „Chef de Cuisine“ Walter Gabel mit der Veranstaltung sehr zufrieden. „Eine solche Großveranstaltung ruht auf vielen Schultern. Insgesamt haben wir jedes Jahr über 200 Helfer im Einsatz. Gerade wenn man schon so lange dabei ist, ist es schön zu sehen, wie sich immer wieder neue Helfer finden, die mit iheren Ideen die Veranstaltung bereichern,“ freut sich Organisator Seitz und blickt in Abwandlung einer alten Fußballweisheit schon wieder nach vorne auf die Veranstaltung im nächsten Jahr: „Nach dem Lauf ist vor dem Lauf – wir würden uns freuen, wenn wir alle Läuferinnen und Läufer in 2019 wieder in Wallau begrüßen können.“

Impressionen von der Verantaltung finden Sie wie immer bei uns auf der Homepage und auf der Seite des Wallauer Fotographen Rudy Görgen unter rudynet.de.

Rudolf Ewald
Wallau, den 17.6.2018